Berichte aus der Mainpost:

 

30.08.2010

Bläserwoche bringt neue Motivation

Gössenheimer Jungmusiker probten sechs Tage lang im Schullandheim

 

Fortbildung für Jungmusiker: Lukas Wirthmann und Viktoria Jungkunz (in der Mitte mit Instrument) nahmen an der unterfränkischen Bläserwoche für Jungmusiker teil. Das Bild zeigt sie mit dem Vorsitzenden des Gössenheimer Musikvereins Robert Ammersbach und der Jugendbeauftragten Katja Wirthmann.

 

(cs) Sechs Tage lang probten 43 Nachwuchsmusiker aus ganz Unterfranken bis zu neun Stunden täglich zusammen im Schullandheim Hobbach. Unter den Teilnehmern der unterfränkischen Bläserwoche waren laut einer Mitteilung des Musikvereins Gössenheim Viktoria Jungkunz und Lukas Wirthmann aus Gössenheim.

Im Orchester, in Ensembles oder im Register probten die jungen Musiker verschiedene Stilrichtungen aus. Während in den Heimatvereinen meistens Märsche und Polkas gespielt werden, haben die Jugendlichen auf der Bläserwoche die Möglichkeit, für Blasorchester arrangierte Stücke von Abba oder den Beach Boys einzustudieren. Eine neue Erfahrung war für die beiden Gössenheimer, in einem so großen Orchester zu spielen. Auch der Klang von Instrumenten wie Oboe, Fagott und Waldhorn war für sie neu.

Neben dem Musikalischen kam das Freizeit- und Sportangebot aber nicht zu kurz. Beispielsweise wurden ein Grillabend und ein Sportolympiade veranstaltet, deren Platzierung über die Verteilung der Aufgaben entschied.

Den Abschluss der 31. unterfränkischen Bläserwoche bildete das Abschlusskonzert am Samstag in Klingenberg, bei dem die Jungmusiker sowohl in Ensembles als auch im Orchester spielten.

Das Resümee der beiden Gössenheimer ist positiv: „So moderne Stücke wie von Abba oder die Filmmusik von Shrek würde ich gerne öfter spielen, das macht richtig Spaß. Und von den Dozenten habe ich sehr viel gelernt, zum Beispiel wie man seine Haltung beim Flötespielen verbessert. Außerdem habe ich so viele neue Leute kennen gelernt, nächstes Jahr bin ich wieder dabei“, sagte Viktoria Jungkunz.

Lukas Wirthmann kann das nur bestätigen: „Ich war mir zu Beginn nicht sicher, ob ich mich zur Bläserwoche anmelden soll. Doch Katja (Jugendbetreuerin Katja Wirthmann) machte mir Mut, mich in ein großes Orchester zu wagen. Sie war selber zweimal bei der Bläserwoche dabei und konnte mich schließlich mit ihren begeisterten Erzählungen überzeugen. Jetzt bin ich froh, dass ich dabei war, man lernt die anderen Musiker sehr schnell kennen. Und ich habe gelernt, dass man in einem so großen Orchester noch mehr auf die anderen hören muss.“

Robert Ammersbach war überrascht: „Das ist etwas anderes, das motiviert mich, wenn ich die beiden so begeistert sehe.“ „Es ist toll, solche Erfahrungen an die Jüngeren weiterzugeben. Für mich war die Bläserwoche das Sprungbrett in Kreis- und Bezirksorchester. Es motiviert für die Jugendarbeit im Verein, wenn man sieht, wie die Begeisterung für die Musik wächst“, erklärte die Jugendbetreuerin des Gössenheimer Musikvereins, Katja Wirthmann.


09.06.2010

Nachwuchs für Blasmusikerfamilie gesucht

Der Gössenheimer Musikverein veranstaltet am 13. Juni einen Schnuppernachmittag für Kinder und Jugendliche

 

In den Pfingstferien qualifizierten sich die Dirigentin des Gössenheimer Musikvereins, Christiane Schmidt, und die Jugendbeauftragte Katja Wirthmann zum Juniorprüfer. Mit ihnen kann der Musikverein Gössenheim jetzt auch die Juniorprüfung durchführen. Das Juniorabzeichen, das 2006 im Nordbayerischen Musikbund in Zusammenarbeit mit der Nordbayerischen Bläserjugend eingeführt wurde, soll Kindern frühzeitig die Möglichkeit geben, ihr Können der Öffentlichkeit vorzustellen.

Auch soll es die Kinder an Art und Umfang der Leistungsprüfungen D1, D2 und D3 heranführen. Die Kinder sollen so zum Üben motiviert werden und ein Abzeichen erhalten, das sie in die große Blasmusikfamilie aufnimmt.Bereits im August 2009 absolvierte Katja Wirthmann auf ihrer Querflöte das goldene Jungmusikerleistungsabzeichen D3 und nahm im Herbst an einem Lehrgang zum geprüften Stimm- und Registerführer teil. Diese Prüfung bestand sie im Januar mit sehr gutem Erfolg.

Im selben Monat traten vier Musiker des Musikverein Gössenheims zum bronzenen Leistungsabzeichen D1 in Karlstadt an, nachdem sie von der Jugendbeauftragten darauf vorbereitet wurden. Jaqueline Hack und Viktoria Jungkunz erreichten mit ihren Querflöten ein gutes Ergebnis, ebenso Lukas Wirthmann mit seiner Trompete. Magdalena Ammersbach konnte mit ihrer Flöte sogar mit sehr gutem Erfolg bestehen.Am Sonntag, 13. Juni, um 13 Uhr veranstaltet der Musikverein Gössenheim einen Schnuppernachmittag, an dem verschiedene Instrumente zum Ausprobieren zur Verfügung stehen.

Dem Musikverein stehen für alle angebotenen Instrumente Lehrer zur Verfügung, die ebenfalls am Schnuppernachmittag teilnehmen. Die Kinder dürfen circa 1 Stunde lang die verschiedenen Instrumente testen. Anschließend werden sie über die Zusammensetzung des Musikvereins informiert. Für die Eltern gibt es derweil Kaffee und Kuchen.

Nach derzeitigem Stand wird eine Gruppe zusammenkommen, die einmal wöchentlich gemeinsam proben wird.In der Anfangszeit wird den Kindern spielerisch die Theorie beigebracht. Anschließend wird mit einfachen Übungen, wie beispielsweise Bodypercussion, begonnen, um das Rhythmusgefühl und die Koordination zu verbessern. Später werden einfache Stücke einstudiert, die speziell für Kinder- und Jugendkapellen geschrieben wurden. Zu dieser Gruppe können auch Kinder und Jugendliche hinzukommen, die bereits ein Instrument spielen.


11.04.2010

Wehmut, Schmerz und Glück

Büttharder Gesangsformation „acapiano“ erinnerte an die Goldenen 1920er Jahre

Humor und Ironie: Damit überzeugten die Sänger von „acapiano“ das Publikum in der Gössenheimer Zehntscheune


(thal) Ein harmonischer klingendes Geburtstagsgeschenk hätte sich der Musikverein Gössenheim zum 25-jährigen Bestehen nicht wünschen können. Die Formation „acapiano“, der Name entstand aus dem Wortspiel „a cappella“ und „Piano“, begeisterte die Besucher in der voll besetzten Zehntscheune mit ihrer Sangeskunst, ganz im Stil der legendären Comedian Harmonists.

Den zehn Herren aus Bütthard ist ihre jahrzehntelange Chorerfahrung anzumerken, wenn sie ohne große Umschweife mit dem ersten Titel „Veronika, der Lenz ist da“ das Publikum in ihren Bann ziehen. Vom führenden Tenor bis zu den dezenten Bassstimmen erlebten die Zuhörer einen ungewöhnlich stimmigen Klangkörper, der selbst feinste Nuancen sicher zum Ausdruck bringt.

Faszinierend dabei sind die deutliche Artikulation der Stimmen und die gelungene Interpretation der Klassiker, wie sie von den Harmonists oder den Vielharmonikern bekannt sind. Tiefgründig, mit gepflegter Wortwahl, ohne kitschig zu wirken, rührt die „Kleine Frühlingsweise“ mit Betrachtungen über die erwachende Natur an den romantischen Nerv der Zuhörer und lässt sie bei „Was macht der Herr da bei Fräulein Gerda“ ironisch schmunzeln.

„Der arme Vampir“, der kein Blut sehen kann, sei noch ärmer dran, als der Hausfreund im Schrank, der niesen muss, hörten die amüsierten Gäste und erfuhren auf gepflegte musikalische Weise in feiner deutscher Sprache noch mehr über Heiratsschwindler, Fräulein, Blumen und Liebe. Das Lied vom alten Cowboy rührte die Sänger gar zu Tränen, die mit großem Taschentuch getrocknet wurden. Nicht nur bei diesem Lied beweisen die Sänger auch ihr komödiantisches Talent.

Die lockere Moderation der sich abwechselnden Gruppenmitglieder ist witzig und originell, bisweilen fränkisch deftig angehaucht und hintergründig, aber immer passend und letztendlich doch charmant. In d-Moll erklang „Wenn die Sonja russisch tanzt“ – mit bemerkenswerter A-cappella-Balaleikabegleitung –, bevor die Reise weiter nach Ägypten in die „Bar zum Krokodil“ und schließlich mit dem Tango nach Spanien zu „Isabella von Kastilien“ ging.

Wehmut, Schmerz und das kleine Glück spiegelten sich in den Abschieds- und Liebesliedern, aber auch Lebenslust und -kunst wie sie das Lied vom „Kleinen, grünen Kaktus“ vermittelt.

Das Repertoire der Gruppe lässt mit den Evergreens den Zeitgeist der 20er und 30er Jahre aufleben, einer Zeit, in der die Menschen zwischen zwei schrecklichen Kriegen ihn ihrer kleinen Welt Freude am Leben hatten. Ein wenig Sehnsucht danach klang vielleicht auch am Samstagabend beim dankbaren und nachhaltigen Schlussapplaus mit.

Bevor Musikvereinsdirigentin Christiane Schmitt die Männer von „acapiano“ wieder in ihre Heimat im Ochsenfurter Gau entließ, lud sie zu den weiteren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr ein: Am 21. April steht der Tanzabend mit Christl West und der fränkischen Folk-Gruppe „Irronymus Bock“ auf dem Programm und am 19. Mai kommt Robin Huw Bowen mit seiner irischen Harfe in die Zehntscheune.


02.03.2010

Fränkisch-heiteres Geburtstagsfest

Musikverein Gössenheim feierte 25. Jubiläum mit einem Kommers

Blumen für fleißige Helfer: Ob für die Pflege der Vereinstracht, bei der Kassenprüfung oder bei Veranstaltungen – immer packen sie tatkräftig mit an (von links): Vorsitzender Robert Ammersbach, Dirigentin Christiane Schmidt, Katja Wirthmann, Uschi Müller Erich Feser, Ingrid Rüger, Evi Marold und Helene Schlereth.


(ma) Einen Blick zurück in die Vereinsgeschichte von 25 Jahren warf der Musikverein Gössenheim beim Kommers in der FC-Turnhalle. Dass dieser in fränkischem Dialekt stattfand, und auch sonst typisch fränkisch war, das war für den Vorsitzenden und Mundartdichter Robert Ammersbach Ehrensache. So wurde der Abend eine kurzweilige und interessante Veranstaltung.

1985 trafen sich zehn Burschen im Alter von 16 bis 20 Jahren mit einigen älteren Musikanten unter Führung des damaligen Dirigenten Manfred Marold im Sitzungszimmer des Bürgerhauses, um einen Verein zu gründen. Musiziert habe man in Gössenheim schon lange vor der Vereinsgründung. Wie in anderen Dörfern finde man in alten Kirchenrechnungen Aufzeichnungen über Musikanten, die zu kirchlichen Anlässen und zur Unterhaltung aufspielten. Das älteste Foto, das man von Gössenheimer Musikanten habe, stamme aus dem Jahr 1890.

Marold habe damals erkannt, dass man wenig erreiche, wenn man als Ortskapelle nicht ausreichend rechtlich organisiert sei. Auch juristische Überlegungen spielten unter anderem eine Rolle, bei der die Rechtsform eines eingetragenen Vereins von Nutzen oder sogar Voraussetzung waren.

Finanzielle Grundlage

Doch der wichtigste Grund für die Vereinsgründung war laut Ammersbach die Überlegung, passive Mitglieder in einen Förderverein aufnehmen zu können. Viele Gössenheimer konnten während einer Werbeaktion für einen Beitritt gewonnen werden und verschafften dem jungen Verein durch ihre Mitgliedsbeiträge eine finanzielle Grundlage.

Bevor man im Bürgersaal des Rathauses proben konnte, sei im Musikstüble der ehemaligen Schreinerei Feser, im Jugendheim neben dem Pfarrhaus, in der Schulküche der Grundschule oder in der Pausenhalle geprobt musiziert werden. Nun habe der Verein seine Heimat im Dachgeschoss der renovierten Zehntscheune gefunden. Das erste Mal in seiner Geschichte verfüge der Verein über einen eigenen Probe- und Versammlungsraum. Es habe sich gelohnt, dass der Musikverein als einziger Gössenheimer Verein die Gemeinde bei dem damals umstrittenen Sanierungsprojekt unterstützt habe und neben dem finanziellen Engagement viele Eigenleistungen erbracht habe, sagte Ammersbach.

Um sich die fränkische Tracht leisten und eine Jugendkapelle mit guter Ausbildung aufbauen zu können, habe man sich Geld mit der Veranstaltung von Weinfesten beschafft. Das Fest sei später an die Feuerwehr abgegeben worden. In jüngster Zeit biete der Verein jährlich einen fränkischen Abend unter dem Motto „Liedli, Stückli und Gedichtli“ an.

Die Glückwünsche des Nordbayerischen Musikbundes und des Bezirkes Unterfranken überbrachte der stellvertretende Vorsitzende und Bezirksrat Johannes Sitter aus Gräfendorf. Sitter würdigte das besondere überörtliche Engagement der Gössenheimer Musiker im Kreisjugendorchester. In den Weiterbildungsveranstaltungen des Musikbundes hätten zahlreiche Gössenheimer Kapellenmitglieder hervorragende Leistungen bewiesen und Auszeichnungen erhalten.

Gemeinsames Geschenk

Mit einen gemeinsamen Geldgeschenk gratulierten die Vertreter der Vereine Gerhard Feser (1. FC), Erwin Ruppert (Feuerwehr), Alfons Feser (Obst- und Gartenbau) und Engelbert Hack ( Stiftung Weinbergskapelle). Das Geschenk überreichte der Vorsitzende des Sängerbundes, Rudi Klein. Die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte Bürgermeister Theo Gärtner, der auch ein Geldgeschenk dabei hatte. Er charakterisierte den Musikverein als rührig und vital. „Ich soll Sie erheitern“, meinte Alfons Schlereth und kam der Aufforderung mit humorvollen Gesang zur Gitarre nach. Für den würdigen musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte die mit dem Geburtstagskind befreundete Trachtenkapelle Aschfeld.

Musikverein Gössenheim